Fertigung

Die großen, namhaften Hersteller von Handys und Smartphones konzentrieren sich meist auf die Entwicklung und das Marketing. Die eigentliche Herstellung der Geräte wird dagegen größtenteils an Lieferanten abgegeben.

Der mit Abstand größte ist Foxconn, ein Unternehmen mit 1,3 Mio. Beschäftigten und knapp über 135 Mrd. US-Dollar Umsatz. Weitere große Lieferanten der Branche, beispielsweise Salcomp, Pegatron oder Flextronics, haben ebenfalls Umsätze von mehreren Milliarden US- Dollar und beschäftigen Zehntausende, teilweise sogar Hunderttausende Menschen. Andere Zulieferer dagegen sind klein und beschränken sich auf einzelne Bauteile. Daher sagt die Rangfolge der größten Markenhersteller von Mobiltelefonen und Smartphones wenig darüber aus, wer die meisten Menschen in der Branche beschäftigt. Weltmarktführer war im Jahr 2015 Samsung, doch der Konzern verliert Marktanteile, vor allem an chinesische Hersteller.

Äußerst schlechte Arbeitsbedingungen bei Lieferanten für Komponenten von Mobiltelefonen sorgten in den vergangenen Jahren wiederholt für Schlagzeilen. Die Vorwürfe reichen von niedrigen Löhnen, mit denen der Lebensunterhalt nicht gesichert werden kann, wochenlange Arbeitsphasen ohne freie Tage in den Stoßzeiten, eine Vielzahl von Überstunden, über Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz, mangelnde Sicherheitsstandards bis hin zur Schikane durch Vorgesetzte und äußerst schlechte Unterkünfte der Beschäftigten. Diese leben meist neben oder sogar in der Fabrik. Besonders häufig wird über Skandale bei Zulieferern von Apple und Samsung berichtet. Doch auch die anderen Hersteller kaufen größtenteils Komponenten oder fertige Mobiltelefone, die unter den gleichen Bedingungen hergestellt wurden wie die Produkte der Marktführer.

Foxconn

Das Unternehmen Foxconn, dessen offizieller Name Hon Hai Precision Industry lautet, hat seinen Sitz in Taiwan und wurde im Jahr 1974 gegründet. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 1,3 Mio. Menschen, den größten Teil davon in China.

In chinesischen Produktionsstätten von Foxconn gab es Anfang 2011 eine ganze Serie von Selbstmorden. In einer für Apple verfassten Untersuchung wurde Mitte des Jahres 2012 festgestellt, dass die Arbeitszeiten oft weit über die in China gesetzlich erlaubten 40 Wochenstunden und 36 Überstunden pro Monat hinausgingen: Die Beschäftigten arbeiteten im Schnitt 56 Stunden die Woche, teilweise sogar 61 Stunden, und der gesetzlich vorgeschriebene freie Tag pro Woche wurde den Beschäftigten bei dringenden Aufträgen oft nicht zugestanden. Darüber hinaus wurden Gesundheitsgefährdungen der Beschäftigten festgestellt und viele Sicherheitsbestimmungen nicht eingehalten. Zudem häuften sich Berichte über unmenschliche Behandlung durch Vorgesetzte und äußerst schlechte Unterbringung von WanderarbeiterInnen in Massenunterkünften.

Seit dem Jahr 2010 wird der Konzern umgebaut. 2013 und 2014 gab es aber erneut Vorwürfe, die Arbeitszeiten seien weiterhin zu lang und es gäbe Verstöße gegen interne Konzernrichtlinien.

KritikerInnen räumen jedoch ein, dass die Zustände in anderen chinesischen Unternehmen teilweise noch schlechter sind. Zudem wird oft darauf hingewiesen, dass Foxconn mit sehr niedrigen Gewinnmargen arbeitet und so vermutlich der hohe Druck auf das Unternehmen entsteht, der dann an die Beschäftigten weitergeleitet wird.

Quelle: SÜDWIND – Factsheet „Die Wertschöpfungskette von Mobiltelefonen“, 2016 >> mehr Infos